Die Seite mit unserem Blog steht und jetzt kann es losgehen. Für mich sind es nur noch 60 Tage :-) Der Februar zählt nicht mehr und der Mai ist bereits Vorbereitungszeit :-)

Freue mich auf die Tour mit den Jungs, Land, Leute und die Erlebnisse... Ob wir jemals wieder zurückkommen ?

Am 13.02. treffen wir uns für eine detaillierte Routenplanung.

Irland Web

 

 

09.03.2015

  • aktuell geplante Strecke unter "Tour" eingestellt - aber es kommt sowieso ganz anders
  • 16 Tage, 6.100 km, 110 Std. Fahrzeit
  • Spass, Spass, Spass

Franz

 

07.05.2015

Es werden immer mehr Meilen, nach einer neuen Überarbeitung sind es jetzt rd. 6.700 km und nur noch 27 Tage, neues Streckenbild eingefügt; ich werd verrückt!

Franz

 

25.05.2015

Aufgrund eines Berichtes im Heft 3/205 von ReiseMotorrad habe ich noch ein paar der dort beschriebenen Highlights reingebastelt (die meisten waren schon berücksichtigt ;-) ). "GottseiDank" hat sich an der Streckenlänge nichts mehr geändert.

Jetzt sind es nur noch 9 Tage - vielleicht sollte ich mal mit der Packliste beginnen - schließlich bin ich nächstes Wochenende schon verplant.

....und looooooooooos

Franz

 

02.06.2015

So, gepackt (fast), vollgetankt, neue Reifen, neue Bremsen hinten.

Die augenblicklich wichtigste Frage ist allerdings noch ungeklärt: Nehmen wir die Lederhosen mit um die Iren durch geballtes bayerisches Auftreten in Dublins und Belfasts Pubs zu beeindrucken?

Fragen über Fragen und so wenige Antworten.

Keine 48 Stunden mehr bis zur Abfahrt und meinen Mitfahrern hat es schon die Sprache verschlagen......

Franz

 

04.06.2015 - Tag 01

Heute sind wir nun endlich gestartet. Eigentlich war ja 07:00 Uhr Treffpunkt, aber unser Robert kam natürlich zu spät.

Trotzdem haben uns Ernst und Franz ganz wunderbar und herzlich verabschiedet - wir waren richtig gerührt.

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Der erste Defekt trat bereits kurz nach der Auffahrt auf die Autobahn in Burgau auf - ein BMW-Helm (wahrscheinlich von Adi sabotiert ;-) ) hat sich in seine Bestandteile aufgelöst.

Kurze Reparatur und dann ging es weiter bis kurz hinter Stuttgart. Kleine Rast, Tanken und weiter gehts über nette Sträßchen Richtung Karlsruhe, weiter nach Pforzheim und Speyer.

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Nach Idar-Oberstein und Bitburg überquerten wir die Grenze nach Belgien - die Straßen werden enger und holpriger. Kurz vor Lüttich besorgt unser Hotelbeauftragter Tobi ein Super-B&B in Eben-Emael (B&B Rue Haute - nördlich von Lüttich).
Superfreundlich begrüßt, Freibier und tolle Zimmer mit Superaussicht auf eine großen Garten,  Hund, Katze und Besitzer sind Gastgeber im wahrsten Sinn des Wortes.

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Statistik:

Gefahren sind wir 656 km in 8:30 Stunden (reine Fahrzeit). Keine Probleme, keine gefährlichen Situationen - alles Bestens.

Franz

 

05.06.2015 - Tag 02

 Der Tag war echt lang (deshalb der Eintrag auch mit Verspätung).

Zuerst durften wir die Planungskünste belgischer Straßenplaner (10 km gerade, dann eine 90-Grad-Linkskurve, dann wieder 10 km gerade) geniessen, weil wir wegen des Hotels die geplante Route verlassen hatten.

Die Temperaturen stiegen ins unermessliche - so ne Kombi macht ja schon Sinn, aber bei 35 Grad?

Wir pendeln so zwischen Frankreich und Belgien. Am späten Nachmittag schickt uns dann der Atlantik schon mal einen kleinen 'Willkommensgruß -

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... und dann bricht auch noch die Internetverbindung ab - Fortsetzung deshalb nochmals mit Verspätung ...

 

ein paar kleine Schauer, nichts wirklich tragisches und kurz darauf erreichen wir nach einer öden Stadtdurchfahrt auch schon die Terminals des Eurotunnels in Calais.

Joe verspricht wegen des vielen holprigen Kopfsteinpflasters nie wieder über deutsche Straßenverhältnisse zu schimpfen.

Wir haben nicht vorgebucht, deshalb sind pro Moped 115 € fällig - aber dafür gehts auch wahnsinnig schnell und kaum sind die Fotos im Zug gemacht sind wir auch schon in Folkstone auf der Insel.

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Quartier finden wir in Willisborough - im Vierbettzimmer - was war das kuschelig. Der Eigentümer des Hotels macht uns schon den Mund wässrig auf den Genuß eines Guinness am Ort seiner Geburt, in Dublin.

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An der Stelle auch Grüße an Howard (howab!), und natürlich seine Frau, leider haben wir es nicht mehr nach Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch (das ist kein Tippfehler!) geschafft. Würden uns aber trotzdem über einen Gästebucheintrag freuen.

Fakten: 406 km, reine Fahrzeit 7 Stunden; teilweise bis 34 Grad

Franz

 

06.06.2015 - Tag 3

Nach reichlich englischem Frühstück gings weiter Richtung Nordwesten. Gott sei Dank hat es abgekühlt, aber der Himmel ist fast bayrisch-weiß-blau. Von Hecken und Steinen gesäumte Single-Track-Roads bestimmen den größten Teil des Tages. Leider werden wir an einem Kreisverkehr getrennt und es dauert ein wenig, bis wir uns wieder zusammengefunden haben (ich wiederum werde nie wieder über die Funklöcher bei uns schimpfen).

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Trotzdem ist der Großteil der Strecke traumhaft - Rosamunde-Pilcher-Land pur. Grüne Tunnel, enge (o.k. - etwas holprige) Straßen, romanische (glaube ich) Kirchen. Die ganze Zeit weht ein frischer Wind, vor dem uns aber heute wie auch am nächsten Tag die Hecken und Steinmauern entlang der Straßen schützen. Fast hätte ich einen Fasan erlegt, der - zu Fuß, dieser Vogel - vor mir die Straße quert, es sich im letzten Augenblick aber anders überlegt und zurück fliegt, mit ungefähr 20 cm Abstand zu meinem Helm.

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Schlussendlich schaffen wir die geplante Tagesetappe nicht ganz. Auch die Hotelsuche gestaltet sich an diesem Abend nicht ganz so einfach, aber in Gloucester findet sich dann doch noch ein Bett für jeden von uns. Die Restaurantleistung lässt etwas zu wünschen übrig, aber obwohl es nur zwei Bier waren, haben wir alle die nötige Bettschwere - ist ja auch schon fast 1:00 Uhr.

Fakten: 395 km, reine Fahrzeit 7,5 Stunden

Franz

07.06.0215 - Tag 4

Nach einer kurzen Nacht starten wir um 08:30 Uhr (Frühstück gabs nicht wie versprochen um 07:00 Uhr sondern erst eine halbe Stunde später; Hotel Hallmark in Gloucester würden wir nicht weiterempfehlen).

Da wir den Rest der gestrigen Tagesetappe aufholen wollen, ändern wir die Streckenplanung ein wenig ab. Trotzdem begleiten uns wieder viele von Steinmauern und Hecken gesäumte Straßen. In Wales kommt sogar ein "Gebirge", die Landschaft wird in den Secret Hills karger, Kühe werden von Schafen verdrängt und (es ist ja Sonntag) halb Großbritannien geht Bergwandern. Diesmal geht Robert auf die Jagd und erlegt fast ein Schaf, das - Zäune fehlen hier - knapp aber glücklich vor ihm die Straße rüber läuft.

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Kurz nach 15:00 Uhr sind wir in Holyhead, wo uns die (Schnell-)Fähre in zwei Stunden nach Dublin bringt (alle Tippfehler schiebe ich auf das schwankende Schiff). Hotel ist schon gebucht und wir freuen uns alle auf unseren "Ruhetag" in Dublin - Sightseeing, Pubs (die Lederhosen sind tatsächlich alle dabei).

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Nachtrag: Hotel o.k., etwas außerhalb, aber mit dem Taxi kein Problem. Der Abend in den Pubs von Temple Bar war amüsant: Musik und Guinness in allen Kneipen, allerdings auch viele Betrunkene (nein - nicht wir) und eine Menge Polizei (wegen eines Fußballspiels). Temple Bar scheint das Hofbräuhaus Dublins zu sein, aber man muß dagewesen sein.

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Fakten:

Abfahrt 8:45 Uhr, Ankunft 19:30 Uhr

400 km, reine Fahrzeit 7 Stunden

 

08.06.2015 - Tag 5

Heute war ja Ruhetag (d.h. Mopedfrei) - die Begeisterung darüber kann man gleich dem ersten Foto entnehmen. Es trägt den Titel "Warum darf ich heute nicht fahren?"

 

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Wir starten nach einem späten (09:00 Uhr) irischen Frühstück mit dem Bus (!) in die Innenstadt und buchen zuerst mal eine Stadtrundfahrt (hop-on-hop-off - damit wir uns auch mal bewegen). Unser erstes Austeig-Ziel ist die Jameson-Distillery. Zu spät, für eine Führung müssten wir mindestens eine Stunde warten, was wir nicht wollen und statt dessen zuerst mal weiterfahren und dann etwas durch die Stadt laufen (shopping geht auch ohne Damenbegleitung!). Fast nichts gekauft, also das Geld für Fish´n Chips ausgegeben und wieder in den Bus gesprungen. Nächstes Ziel: die Guinness-Brauerei. Mal wieder eine überhöhter Eintritt, aber man gönnt sich ja sonst nichts. Die bzw. das Brauerei-Event-Museum bietet eine ganze Menge Informationen.

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Leider ist die Schlange beim "Gratis-Guinness" sehr lang, weshalb wir darauf verzichten (womit wir bewiesen haben, dass wir nicht alkoholabhängig sind!).

 

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Nach der Brauereibesichtigung gehts zurück ins Hotel. Kurze Erholungsphase und ab in die Bar. Ein paar Guinness/Whiskey (ja, den schreibt man so) später haben wir die nötige Bettschwere erreicht um uns mental auf unsere morgige, lange Tagestour vorzubereiten.

Fakten: 0 km mit dem Moped, 10 km zu Fuss, ? Guinness, ? Whiskey

 

Franz

 

P.S.: Lieber "schnitzelneffe", vielen Dank für Deine Gästebucheinträge - wir hoffen ja, das wir bei ausreichender Beteiligung die Tour 2020 mit Sponsoren bewältigen können - aber wie kann man nur auf so einen Nick kommen? Das nächste Guinness auf deine Rechnung - Strafe muss sein!

 

Sorry für die Unterbrechung, aber die Fahrtage sind sehr lang und außerdem mussten wir einen Abend auch ein wenig feiern. Zudem ist der Netbook und die WiFis in den Hotels alles andere als schnell, aber weiter .....

 

09.06.0215 - Tag 6

Unser heutiges Reiseziel ist Cork, schon ziemlich weit im Süden. Unser erster Reisetag in Irland. Schon nach wenigen Kilometern sind wir begeistert von der Landschaft und als wir dann die Küste erreichen sind wir platt. Der Blick aufs Meer, Sonne, Palmen!!!!!!!!!!!! (ich habe schon geglaubt wir hätten uns verfahren oder Robert hat uns doch nach Italien gelotst).

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Aber wir müssen ja weiter. Nicht weit, dann unsere erste Burgruine, der bis zum Tourende noch unzählige weitere gefolgt sind.

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Wir folgen der Küste, haben aber den Wild Atlantic Way (die angeblich längste Küstenstraße der Welt – 2.500 km) noch nicht erreicht. Kleine Abkürzungen mit winzigen Fährbooten werden, beim Warten auf die Fähre, zur Entspannung genutzt.

 

Die Küste bleibt traumhaft, der Wind bläst uns nicht über die Klippen, ein perfekter Tag.

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Fast zum Ende des Tages gibt es noch einen kleinen Abstecher runter von der Steilküste auf Meeresniveau – Joe wird sich im Laufe der Fahrt noch an die Straßen mit dem „Grün“ in der Mitte gewöhnen.

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Eine Kerrygold-Kuh weidet fast am Strand – das Gras ist bestimmt salzig und die Milch wird zur Herstellung der gesalzenen Butter verwendet (für Insider: „Heilige Santa Lucia hilf!“)

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Zum Tagesabschluss gibt noch einen Besuch in einem kleinen Seebad.

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Und natürlich ein Guinness (oder waren es zwei?).

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Wir schaffen ein paar Meter mehr als geplant und nächtigen ca. 50 km hinter Cork.

Fakten: Abfahrt 08:40 Uhr; Tageshöchsttemperatur 17 Grad Celsius; 438 km in 8 Stunden reiner Fahrzeit; Ankunft in Youghals 19:40 Uhr

Franz

 

10.06.0215 - Tag 7

Ziel ist heute Caherciveen und der Tag beginnt so phantastisch wie der vorherige geendet hat. Dieses Ziel werden wir aber nicht erreichen wenn es so weitergeht wie es beginnt. Eine Lampe an Roberts GS muss gewechselt werden, ob wir diese Zwangspause kurz nach dem Frühstück wieder aufholen können? Wir folgen weiter der Küste auf kleinen und noch kleineren Straßen. Gesäumt von blumenbewachsenen Erd“hügeln“, Palmen in den Gärten der Häuser, efeuumrankten Steinmauern und vielen grünen Tunneln erreichen wir so manchen Sandstrand. Kaum zu glauben, aber bei Tagestemperaturen von max. 20 Grad wird auch im Atlantik gebadet.

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Angesichts der etwas rostigen Seilbahn nach Dursey müssen wir uns erst mal stärken.

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Wir sind nun auf dem Wild Atlantic Way, folgen diesem aber – allen touristischen Vermarktungsstrategien zum Trotz – nicht sklavisch und machen so manchen Abstecher in die „Berge“ (o.k. – nicht wirklich Berge, aber der Healy-Pass bot wirklich einen tollen Ausblick.

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Leider hat uns Tobi heute verlassen. Unsere langsame und übervorsichtige Fahrweise hat ihn genervt. Er braucht etwas „Auslauf“ und evtl. auch ein wenig Abstand zu den „alten Männern“. Wir gönnen es ihm und treffen uns abends im Zielort (natürlich muss er stundenlang auf uns warten).

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Abends gibt’s Pubfood, Guinness und ein paar Whiskey (irische natürlich).

Fakten: Abfahrt 08:40 Uhr; Tageshöchsttemperatur 17 Grad Celsius; 389 km in 6:50 Stunden reiner Fahrzeit; Ankunft 19:20 Uhr

Franz

 

11.06.0215 - Tag 8

Heute haben wir wieder ca. 400 km vor uns und wollen zumindest Limerick erreichen (vor Tag 9 graust es uns allen ein bisschen: 580 km).

Der Tag beginnt wieder sonnig, aber schnell trübt es sich ein wenig ein. Trotzdem halten wir an einem Sandstrand, von denen es hier einige gibt – wer hätte es gedacht.

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An Dingle vorbei fahren wir ganz in den Westen. Die Straße am Steilufer ist phantastisch (wenn man so kleine Mäuerchen am Abgrund mag). Leider sind auch viele andere Touristen von dieser Route überzeugt, so dass wir uns die Straße mit Wohnmobilen und Reisebussen teilen müssen. Überholen ist hier ziemlich schwierig und ich muss immer die Augen zumachen, wenn ich an so einem Bus vorbeifahren kann.

 

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Gegen Mittag fängt es leicht an zu tröpfeln und wir stellen uns schon mal auf unseren ersten irischen Regen ein. Mussten wir aber gar nicht. Dank geschickter Routenwahl unseres Guides Robert fahren wir überwiegend zwischen den Wolken umher, so dass der Regen nicht mal ausreicht um den Staub von den Mopeds zu waschen.

Später wird es sogar wieder schön und ich überlege ernsthaft mal baden zu gehen. Nur der „Zeitdruck“ hält mich davon ab (außerdem will keiner mitgehen!).

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Joe kann gar nicht genug bekommen von den kleine Straßen mit dem Begleitgrün in der Mitte.

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Wir sind zwar alle geschafft, als wir in Limerick ankommen, aber angesichts des Mammuttages morgen wollen wir noch ein paar Kilometer drauflegen. Für unseren Fleiß werden wir mit einem tollen Hotel in Loughrea belohnt. Auch das Restaurant ist empfehlenswert. Und das alles zu „kleinem“ Preis, da wir jetzt nicht mehr an der Küste sind.

Fakten: Abfahrt 08:20 Uhr; Tagestemperaturen zwischen 11 und 21 Grad Celsius; 441 km in 7 Stunden; Ankunft 19:30 in Loughra

Franz

 

12.06.2015 – Tag 9

Wie vorhergesagt ist es bereits bei der Abfahrt trüb und kurz danach beginnt es auch schon zu tröpfeln. Der harmlose Regen begleitet uns zeitweise bis ca. 13:30 Uhr und hört dann wieder komplett auf. War alles nicht so schlimm, allerdings sind die Straßen nass und rutschig. Nichtsdestotrotz geht es wieder ins „Gelände“ und man gewöhnt sich daran (Respekt an der Stelle vor der „K“ und ihrem Fahrer, auf diesen Wegen möchte ich meine GS nicht missen).

Wegen des Regens und der großen geplanten Etappe kürzen wir ein wenig ab und lassen einige Punkte auf unserer Route außen vor, die wir als „Stichstraße“ auf dem gleichen Weg hätten zurückfahren müssen. Trotzdem sind wir bis nach 19:00 Uhr unterwegs bevor wir im Hotel einchecken.

Das Land ist karger geworden, auf den Hochebenen, abseits der Küste wird Torf gestochen und alle paar Kilometer laufen einem Schafe vors Moped, sehr gewöhnungsbedürftig. Tobi legt sich lieber mit den Hunden auf der Strecke an (wer seinen Italienbericht gelesen hat, weiß, wie er das liebt).

Gegen Tourende fahren wir dann (es ist ja wieder trocken) doch noch zu zwei Aussichtspunkten an die Steilküste und werden mit einem phantastischen Ausblick belohnt. So habe ich mir das vorgestellt.

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In Strandnähe geraten wir dann noch in eine Sandverwehung und ich lande fast auf der Schnauze – das mit dem Fahren am Strand (in Irland erlaubt) verkneife ich mir wohl lieber.

Die Tagestemperaturen haben die 15 Grad Celsius nicht überschritten, trotzdem sind wir vor dem Schlimmsten bewahrt geblieben und alle heil in einer schönen Bar mit Livemusik gelandet. Um diese Pubkultur kann man Irland nur beneiden. Die Sängerin hat eine tolle Stimme und singt altersgerechte (zumindest für mich ;-) ) Songs (Sting, Eagles, …).

Fakten: Abfahrt 08:50 Uhr; Tageshöchsttemperatur 15 Grad Celsius; 432 km in 7 Stunden reiner Fahrzeit; Ankunft 19:00 Uhr in Ballina

Franz

 

13.06.2015 – Tag 10

Auch heute Morgen sieht es zuerst nicht besonders gut aus, alles Grau in Grau, und kurz nach der Abfahrt von Ballina fallen auch schon die ersten Regentropfen. Glücklicherweise bleibt es bei ungefähr zwei Tropfen pro Moped. Wir haben rund 430 km vor uns, die es in sich haben. Eine Menge Abstecher zu Aussichtspunkten an der Route und – wie sich herausstellen wird – viele Kilometer Single-Track-Roads an der Küste und den dazwischen liegenden Hochebenen. Der zweite Gang wird heute schwer strapaziert. Teilweise sind tatsächlich nur Geschwindigkeiten von 30-40 km/h möglich. Mittlerweile haben wir uns aber ganz gut an diese Art „Straße“ gewöhnt und unser Guide Robert gibt trotz Schlaglöchern, Split, Sand, Steinen und grünem „Mittelstreifen“ auch mal 80-100 km/h als Richtgeschwindigkeit vor. Bei einem längeren Stück „beschissener“ Straße (scheint eine Kuhautobahn zu sein) allerdings verweigern (ja darf das denn sein?) Robert und Joe die Weiterfahrt und nehmen einen anderen Weg. Tobi und ich fahren den Aussichtspunkt an, einen kleinen Hafen mitten in der Prärie.

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Das Wetter bessert sich, es wird heller und hin und wieder blitzt auch schon die Sonne raus. Nur die Temperaturen wollen noch nicht steigen. Bei 11 Grad sind wir los, gegen Mittag hat es auch erst 13 Grad, da muss sogar ich den Pulli rausholen. Insbesondere am nächsten Aussichtspunkt zieht es wie Hechtsuppe. Trotzdem steigen hier ein paar Iren mit Taucherausrüstung ins Meer. Das zum Aussichtspunkt gehörende Leuchtfeuer wird gerade renoviert.

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Das Wetter wird immer besser und zusätzlich werden wir mit einem Highlight beschenkt. Wie eine Alpenstraße windet sich ein kleines (Gott sei Dank gut geteertes) Stück Straße die Steilküste hinauf („gesichert“ von ein paar Felsbrocken auf der Talseite) und oben hat man einen Traumblick über die Küste. An der Stelle sei auch mal erwähnt, dass die Iren sehr freundliche und rücksichtsvolle Autofahrer sind. Alle halten an, fahren zur Seite, egal ob man entgegenkommt oder überholen will – top – großes Lob, da nehme ich mir für zuhause doch gleich etwas mehr Gelassenheit als guten Vorsatz fürs Autofahren mit.

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Weiter geht es über die schon erwähnten Sträßchen über eine Hochebene, karg, ein paar Schafe und auf ca. 30 km in etwa zweimal Gegenverkehr.

Wieder auf Meereshöhe angekommen scheint die Sonne und wieder kommen Sandstrände und sogar immer noch Palmen, obwohl wir nun schon an der Nordküste angekommen sind. Ich hatte mir ja viel vorgestellt, aber das nicht.

Ein etwas abgelegenes, aber günstiges und sehr sauberes B&B wird heute Nacht unsere Heimat und gekrönt wird alles vom besten Essen seit Tourbeginn, einem (sagen wird einigen) Guinness, Livemusik und einem kleinen Jameson und ………………

Tolles Land.

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Fakten: Abfahrt 09:15 Uhr; 391 km in 6:40 Stunden reiner Fahrzeit; Ankunft 19:00 Uhr in Sandhill;

Franz

 

14.06.2015 – Tag 11

Um 7:45 Uhr sitzen wir schon wieder auf dem Moped (wir sind ja nicht zum Spass hier!). Der letzte Fahrtag in Irland. Heute freue ich mich schon auf den Giants Causeway (Nordirland), der ja Weltkulturerbe ist. Wieder geht es die Küste entlang bis Fanad Head.

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Steilküsten und Sandstrände wechseln sich ab. Immer wieder überqueren wir kleine Hochebenen mit durchaus interessanten Auffahrten. Nach jeder Kuppe eröffnet sich ein grandioser Ausblick über Küste und Meer.

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Nach anfangs trübem Wetter wird es immer sonniger (aber nicht wärmer, ich sehe mein Bad im Atlantik schon dahingehen).

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Auch Malin Head (die nördlichste Stelle Irlands) lassen wir uns nicht entgehen.

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Auch so kann man sein Taschengeld aufbessern und muss den Eltern nicht auf der Tasche liegen (hallo kids!):

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Wir suchen uns eine windgeschützte Stelle (gefühlte 0 Grad Celsius) und legen eine wohlverdiente Pause ein.

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Nochmal eine kleine Fährtour bringt uns dem Giant Couseway ein deutliches Stück näher. Dort jedoch erwartet uns der erste touristische Massenauflauf (nach Temple Bar). Neben uns wollen das Schauspiel noch eine Million japanischer, irischer, britischer und natürlich auch weiterer deutscher, schweizer und …. Touristen bestaunen.

 

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Beeindruckend? Ja, aber gleich so ein Auflauf wie in Neuschwanstein zur besten Zeit! Trotzdem nimmt die Besichtigung eine Weile in Anspruch und wir kommen spät weiter. Die restlichen Kilometer brauchen auch noch einige Zeit, so dass wir erst nach 20:00 Uhr in Belfast ankommen. Das Hotel ist mehr als mies, aber da uns Belfast sowieso nicht überzeugt, beschließen wir gleich am nächsten Morgen die Fähre nach Schottland zu nehmen. Der Barbesuch am Abend ist jedoch sehr amüsant. Bei Livemusik tanzen die Pubbesucher zu irischer Musik. Jung und Alt bunt gemischt.

Fakten: Abfahrt 07:45 bei 10 Grad Celsius; Tageshöchsttemperatur 16 Grad Celsius; 419 km; reine Fahrzeit 07:20 Stunden; Ankunft in Belfast 20:00 Uhr

 

15.06.2015 – Tag 12


Die erste Fähre verpassen wir, weshalb Einchecken, Abfahrt und Transfer fast den ganzen Tag in Anspruch nehmen. Schon auf dem Schiff bekommen Robert und Tobi Entzugserscheinungen vom Mopedfahren.

 

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Erst nach 14:00 Uhr können wir in Schottland starten. Wir versuchen trotzdem noch ein gutes Stück zu schaffen, was uns letztlich auch gelingt. Zum Ende der geplanten Tagesetappe fehlen um 19:00 Uhr nur noch 120 km, aber dafür haben wir ja den Pausentag in Belfast „eingespart“.

Wir versuchen unser Glück bei der Hotelsuche mit den im Navi eingespeicherten Hotels. „Gilsland Spa Hotel“ klingt vielversprechend – ist es aber nicht, überteuert und renovierungsbedürftig. Dafür senken wir (sogar ich) den Altersdurchschnitt der Gäste erheblich. Schwamm drüber: das Essen war ganz vernünftig und die Guinness schmecken auch.


Da im Laufe des Tages einige kleine Differenzen zu Fahrstil (ich bin einfach zu langsam) und Reisezweck auftauchen, beschließe ich, den nächsten Tag alleine zu fahren – vorbeugend gegen „Lagerkoller“.


Fakten: Abfahrt 08:15 Uhr bei 11 Grad Celsius; 250 km gefahren; 4:20 Stunden reine Fahrzeit

Franz

 

16.06.2015 – Tag 13


Heute starte ich also alleine. Die Strecke bis zur Ostküste Englands ist wenig abwechslungsreich. In Middlesborough (?) lege ich eine Kaffee- und Shoppingpause ein. Mangels Angebot bleibt es aber beim Kaffee, dabei hätte ich gerne nochmal so einen guten Pullover gekauft wie vor drei Jahren in Schottland.


Na gut, weiter. Leider bleibt die Strecke an diesem Tag öde. Nur wenige Streckenabschnitte sind abwechslungsreich, ein verfallenes Kloster mit einem sehr geltungsbedürftigem Pferd, beispielsweise.

 

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Gegen 17:30 Uhr habe ich keine Lust mehr und nehme Kontakt mit dem Rest der Truppe auf. Ich bin in Stamford und versuche Quartier zu machen. Leider eröffnet mir die freundliche Rezeptionistin das im Ort eine Veranstaltung ist und alle Hotels ausgebucht sind. Sie gibt mir die Kontaktdaten eines Hotels in 15 km Entfernung für 120 Pfund pro Zimmer. Das ist uns zu teuer und wir treffen uns in einem nahegelegenen Ort.

Dank „booking.com“ finden wir in Swaysfield das B&B und Pub „Royal Oak“. Die Zimmer sind einfach, aber sauber, der „Beergarden“ gepflegt und das Pub hat ordentlich Historie, die uns von einem weitgereisten Einheimischen dankenswerterweise ausführlich erläutert wird. Da er in Cambrigde studiert hat sollen wir unbedingt dort stoppen, was wir aber aus Zeitgründen leider ablehnen müssen.

Guinness und Whisky (wir sind wieder in England, auch wenn der Whisky ein Talisker ist) schmecken wie immer, heute wird es sogar eine Runde mehr.


Todmüde fallen wir alle ins Bett.


Fakten: Abfahrt 09:15 Uhr bei 13 Grad Celsius (es wird aber bis 21 Grad Celsius warm); 455 km in 7 Stunden reiner Fahrzeit


Damit haben wir die 5.000 km Grenze geknackt.


Franz

 

17.06.2015 - Tag 14


Nach unserem letzten "full english breakfast" (black pudding, mushrooms, scrambled eggs, bacon, sausage) brechen wir auf Richtung Süden. Leider bleibt die Strecke überwiegend langweilig.


So bleibt genug Zeit festzustellen, wie genial die GS konstruiert ist. Welches Moped besitzt schon serienmäßig einen Kaffeebecherhalter?


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Ein einziges Highlight durchbricht das sture abspulen von Kilometern. Zugleich ist das nächste Bild auch der Beweis dafür, dass unsere Reise eine Kulturreise ist. Die Mopeds haben wir nur dabei, damit wir schneller von Kirche zu Kirche kommen ;-)


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Die Umfahrung von London kostet uns einiges an Schweis (im wahrsten Sinne des Wortes). Generell können wir nur jedem empfehlen (egal ob mit Moped oder Auto) die Ostküste Englands zu meiden und lieber die Westküste für Hin- und Rückfahrt zu nutzen (die Bewohner der Ostküste Englands mögen mir diesen Hinweis verzeihen).


Immerhin schaffen wir noch die Fähre Dover-Calais und haben in Calais ein ordentliches Hotel gefunden.


P.S.: Leider ist mir auf den letzten Metern vor der Fähre noch beim Wenden das Moped umgefallen (zu viel Gepäck), aber wenn nicht mehr passiert, können wir alle sehr zufrieden sein.


Fakten: Abfahrt 08:15 Uhr bei 14 Grad Celsius (Höchsttemperatur schwüle 24 Grad Celsius); 385 km bei 6:45 Stunden


Franz

18.06.2015 - Tag 15

Reichlich müde, da es gestern doch etwas später wurde, starten wir um 07:45 Uhr bei leichtem Nieselregen und Nebel. Gott sei Dank bleibt es nicht so, nach ca. zwei Stunden werden die Straßen trocken. Leider werden sie nicht kurviger und wir schleppen uns bis ca. 14:00 Uhr auf belgischen Wegen so dahin.

Dann werden wir jedoch entschädigt. Ardennen, Hunsrück, Mosel – bis 20:30 Uhr jagt eine Kurve die andere (und Joe mich, während ich Tobi und Robert hinterherhechle). Ich komme gar nicht zum Fotografieren (weshalb ich auf Tobis Fotos warten muss). Hundemüde nehmen wir in Simmern Quartier (Wirtshaus Domäne am See). Top-Zimmer, Top-Essen, Top-Service, Top-freundlich. So geht Hotel!!!!!

Morgen haben wir noch rd. 500 km vor uns. Deshalb wird es heute nicht so spät. Unser Youngster ist der Erste, der die Segel streicht. Trotzdem ist es ein schöner Abend, alle sind glücklich und zufrieden.

Fakten: Abfahrt 07:45 Uhr; 550 km; reine Fahrzeit 9 Stunden; Ankunft 20:30 Uhr

Franz

 

19.06.2015 - Tag 16

Der letzte Tag - kaum zu glauben - viel zu schnell vergangen. Unsere letzte Etappe hat nochmal rd. 500 Kilometer (planmäßig). Es werden dann rund 6.500 Kilometer sein, die wir nur geschafft haben weil wir keinen einzigen Regentag hatten - in England und Irland. Die Stimmung ist fast etwas gedrückt als wir uns zur Abreise fertigmachen. Das Hotel war super, auch das "deutsche" Schnitzel am Vorabend hat allen geschmeckt, trotzdem will zuerst keine Stimmung aufkommen, obwohl wir uns natürlich auch wieder auf unsere Lieben daheim freuen.

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Noch einmal Fähre fahren? Ja, aber nur über den Rhein.

 

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Da die Wolken über uns mal wieder schwarz werden, fahren wir hinter Stuttgart bis Adelsried nochmal (ungeplant) auf die Autobahn und kommen so trocken in Augsburg an. Ein letzter Kaffee am Ort der Abreise sollte noch drin sein.

 

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Fakten: Abfahrt 08:30Uhr; 460 km; reine Fahrzeit 7,5 Stunden; Ankunft 19:00 Uhr

Franz

 

Mein Fazit:

Land und Leute:

Ein Traum. Mehr gibt es kaum zu sagen. Wenn man mit dem Wetter auch nur halb so viel Glück hat wie wir, ist die "Grüne Insel" für jeden Landschaftsfan ein MUSS. Den permanenten Wechsel zwischen Land und Wasser, Sonne, Sandstrände, Hochebenen, usw. ist man als (Binnen-)Bayer einfach nicht gewohnt. Mich hat es umgehauen. Die Leute sind nett, hilfsbereit und immer für ein kleines Gespräch zu haben. Irgendwie hat man den Eindruck also ob sich das Hamsterrad in dem wir alle sind hier etwas weniger schnell drehen würde. Nochmal ein dickes Lob an alle irischen Autofahrer. Wir sind bestimmt so manchesmal im Weg gestanden oder konnten mit den Mopeds nicht so einfach in die Wiese ausweichen.

Die "Kultur" in den irischen Pubs wahr sagenhaft und wir sind alle richtig neidisch geworden. Musik und Tanz, Guinness und Whiskey. Kleine Gespräche am Rande mit Einheimischen, egal ob in Dublin oder irgendeinem kleinen Dorfpub. Schade, dass es das bei uns kaum noch gibt.

Ähnlich gut gefallen hat mir auch Südwestengland. Tolle Landschaften und freundliche Leute.

Tja - und An- und Abfahrt müssen halt auch sein.

 

Tour:

Die geplante Tour war eine Herausforderung und eigentlich habe ich nie geglaubt, dass wir die gesamte Strecke schaffen. Auch in unseren Gesprächen haben wir häufiger Abkürzungen und Routenänderungen besprochen, die im Rückblick jedoch kaum notwendig waren.

Zu verdanken ist das allerdings unserem unglaublichen Wetterglück. 16 Tage unterwegs ohne wirklich Regen zu erleben. Wenn es tatsächlich - wie prophezeit - mehrfach an jedem Tag geregnet hätte, wären unsere Tagesleistungen auf den gefahrenen Straßen (ich schätze mal um die 2.000 km Single-Track-Roads in teilweise sehr üblem Zustand) nie und nimmer möglich gewesen.

Von Irland möchte ich keinen Kilometer missen. Die Teilstücke in England waren zweigeteilt. Die Westküste (Anfahrt) war sehr schön. Auch die Querung im Norden (schottisch-englische Grenze) war sehenswert. Verzichten könnte ich auf die Ostküste (von der Besichtigung einiger Städte wie York oder Cambridge mal abgesehen) und ganz sicher auf die Umfahrung von London (dagegen ist der Münchner Feierabendverkehr eine Erholung). Auch die Strecken in Belgien und Frankreich waren überwiegend nicht sehr abwechslungsreich (aber irgendwie muss man ja hinkommen). Bei einer Wiederholung würde ich mir für die Rückreise ein längeres Stück Fähre (z.B. Dublin - Rotterdam oder Cherbourgh) überlegen.

Bei Interesse maile ich unsere Route als Planungsgrundlage für die eigene Tour (als gpx-Datei) übrigens gerne zu.

 

Team:

Auch wenn wir schon die eine oder andere Tour zusammen unternommen haben, so war sowohl die Dauer als auch die zu fahrenden Kilometer für die meisten von uns eine Herausforderung. 24 Stunden die gleiche Gesellschaft lassen durchaus auch mal Spannungen aufkommen und persönliche Eigenarten (die jeder hat - nur ich natürlich nicht ;-) ) die man an einem Wochenende im Schwarzwald schon mal hinnehmen kann sind am 8. Tag dann schon mal nervig. Vielleicht hätte etwas mehr Abstimmung über Fahrweise und -tempo und das touristische Rahmenprogramm (Kultur - igitt) gut getan.

Trotzdem, wir haben uns nicht geschlagen, die Nächte überwiegend in Doppelzimmern (mit wechselnder Besetzung) und einmal sogar im Vierbettzimmer verbracht, sind von 6.500 Kilometern ca. 6.100 Kilometer gemeinsam gefahren, haben jeden Abend zusammen gegessen und getrunken, gelacht und uns unsere Eigenheiten (wer hat immer am Smartphone "gespielt"?) nicht zu sehr übel genommen. Alles in allem also perfekt, es ist keiner dabei mit dem ich (mal sehen was die Anderen so sagen - es soll ja jeder sein Fazit hier abgeben!!!!!!!!!!!!) nicht mehr fahren würde. Gute Kumpels halt.

 

Jetzt ist eigentlich nur noch zu klären, ob das Kribbeln im rechten Daumen auf Überlastung zurückzuführen ist, oder ob es mich schon wieder juckt aufzubrechen nach Irland?

 

Ich glaube Zweiteres.

Franz

 

P.S.: Vielen Dank an unsere fleißigen Gästebuchschreiber. Ich hoffe Bericht und Bilder haben euch gefallen und ihr brecht beim nächstenmal mit uns auf!

 

Hinweis: Da mir die "Gender-"Schreibweise nicht so liegt habe ich überwiegend die männliche Form verwendet. Selbstverständlich gilt das Lob für die irischen Autofahrer (usw.) auch für alle irischen Autofahrerinnen (usw.).

 

 

 

20.06.2015 - Tag 1 NACH der Tour

Heute ist Erholung angesagt …

Die Tour war ein echter Hammer!! SUPER ausgearbeitete Tagestouren, sowohl in der Länge als auch die Streckenauswahl. Ein DANKESCHÖN an unseren Franz.

Und dass wir tatsächlich die mehr als 6.500 km schaffen, hatte ich vorher kaum geglaubt. War allerdings auf Grund der Straßenverhältnisse auch nur bei trockener Witterung möglich. DANKESCHÖN an Petrus, unseren Wetterbeauftragten im Himmel ;-)

Die Aussichten, die wirklich überaus freundlichen Insulaner und deren Kochkünste, die ausgesuchten Quartiere (FAST alle ein +), meine Mitfahrer; das alles hat tiefe Eindrücke bei mir hinterlassen. DANKESCHÖN an alle!

Ansonsten kann ich mich den Ausführungen von „unserem Blogger“ (Ein HALLO an Franz) nur anschließen. Die Bilder sagen mehr als 1.000 Worte.

Ich bin froh, dabei gewesen zu sein!!

Aber, es war auch eine harte Tour. Die Mopeds und das gesamte Equipment wurden stark beansprucht.

 

FAZIT

Mir hat es Spaß gemacht, auch wenn nicht immer alles glatt gelaufen ist ;-)

Die „natürlichen Spannungen“ hielten sich in Grenzen :-D

ICH freue mich auf die nächste Tour.

Schottland??  :-))

 

Ein DANKESCHÖN auch an unsere Gästebuchschreiber.

Schön das ihr uns begleitet habt ^^^^

 

Joe

 

09.07.2015 zu viele Tage nach der Tour :-(

Es war eine sehr schöne Zeit mit tollen Freunden.  Franz, Du solltest unbedingt ein Buch schreben... :-) Ich würde es sofort kaufen.

Vielen Dank an alle für die tollen Tage, Abende und Nächte. Jederzeit bin ich wieder dabei und freue mich schon auf die nächste gemeinsame Tour.

Bei der nächsten gemeinsamen Tour vielleicht schon 4 x GS :-)))))

Bis bald wieder im Madhouse :-)

Robert

 

 

 

10.9.2015

Auf besonderem Wunsch von unserem Gästebuchschreiber Stefan kommt mit deutlicher Verspätung auch noch mein Fazit:

 

Kurz und knapp gesagt ist diese Tour auf jeden Fall eine Wiederholung wert.

Es gab auf ganz Irland kein Fleckchen Erde, wo es mir nicht gefallen hätte. Die Landschaft ist überall atemberaubend. Es verschlägt einem einfach nur die Sprache, wenn man um eine Kurve fährt und sich plötzlich vor einer Klippe mit grandioser Aussicht auf’s Meer wiederfindet. Oder auf alte Ruinen von Burgen und Klöstern. Gigantisch!

Die kleinen und auch größeren Ortschaften sahen teilweise wie aus dem Bilderbuch aus.

Auch wenn man auf die vielen Schafe sehr gut aufpassen musste, sind sie mir ans Herz gewachsen. Eines sah flauschiger aus als das nächste J

Da war sogar ich mit der Hand öfter an der Bremse als am Gasgriff, um mal wieder irgendwo ein Foto oder ein kurzes Video (Videos sind durch Computerausfall leider verloren gegangen) zu machen.

Wie es schon erwähnt wurde, waren die Pubs am Abend immer wieder ein Erlebnis. Wie gut doch so ein Guinness zur live- Musik und spontan aufgeführten irischen Stepptänzen schmeckt! Man kann sich gut vorstellen, welche Stimmung in so einem Laden war. Genau das richtige, um so einen Fahrtag ausklingen zu lassen.

Das einzige, was fehlte, war genügend Zeit, um die ganzen Eindrücke zu verarbeiten.

So war ich des öfteren sau-müde, wenn wir uns in aller Herrgottsfrühe wieder auf’s Motorrad geschwungen haben.

Nicht nur, dass ich immer vom full-Irish-breakfast erschlagen war. Auch die wechselnden Bettpartner ;-) haben manchmal dazu beigetragen. Weniger durch Schnarchen als viel mehr dadurch, dass ältere Menschen wohl weniger Schlaf benötigen als „Jungspund“ wie ich ^^ ;-)

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die anderen drei schon gut genug aussehen – ich aber noch einigen Schönheitsschlaf nötig habe.

Im Großen und Ganzen empfand ich die Stimmung unter uns 4 Reisenden als sehr harmonisch. Einen Tag wollte ich mich mal austoben und etwas flotter fahren und einen Tag wollte Franz für sich. So konnte man auch etwas das Alleinefahren genießen, was zwischendurch wirklich enspannend ist – zumindest sehe ich das so.

Auch wenn es Franz mit einem Augenzwinkern geschrieben hat: „24 Stunden die gleiche Gesellschaft lassen durchaus auch mal Spannungen aufkommen und persönliche Eigenarten (die jeder hat - nur ich natürlich nicht ;-) )“

Er hat wirklich keine unangenehme Eigenart – zumindest verhält er sich IMMER sehr diplomatisch. Da können wir uns alle wohl noch eine Scheibe abschneiden. Oder ich bringe ihn noch dazu, dass er es sofort raus lässt, wenn ihm irgendetwas nicht passt. Aber bevor er so vorlaut wird wie ich es manchmal bin, friert wohl eher die Hölle zu :-D

Ein paar Punkte würde ich für die nächste Tour dennoch ändern wollen:

-          Alle Handys und Zigaretten werden zu Hause gelassen und unterwegs auch kein Ersatz besorgt!

-          Joe bekommt ein an die Straßen angepasstes Motorrad, damit er mit meiner Versys Schritt halten kann! Ich hoffe, das hat sich mit der S1000XR erledigt ;-)

-          Die Reihenfolge, in der gefahren wird, sollte täglich gewechselt werden – jeder fährt mal an jeder Position.

-          Mehr Vier-Bett-Zimmer ^^

Um noch etwas zu den Strecken zu sagen:

Ich kann hier Franz zu 95% zustimmen. Irland war überall super und interessant. Südwestengland war ebenfalls toll. Und mir haben auch noch einige Straßen in Belgien sehr gut gefallen. Die Ostküste in England vor allem rund um London war fahrerisch allerdings ziemlich unschön. Das nächste Mal vielleicht doch mit der Fähre in Kingston upon hull ablegen und dafür noch Edinburgh mitnehmen.

Die „Feldwege“ empfand ich jedoch als weniger schlimm als die anderen. Ich war ja von meinem Urlaub davor schon übleres gewohnt. Im Gegenteil: Da kaum bis gar keine Straßen zum heizen dabei waren, waren die Single-track-roads mit so manchen sprungschanzen- ähnlichen Erhebungen ein richtiger Spaßfaktor für mich. Kaum sah ich eine solche Erhebung, hab ich das Gas aufgerissen, um eine schöne Sprungeinlage hinzulegen. Mir haben diese Straßen also sehr viel Spaß gemacht!

Von der Kilometer-Leistung her würde man als Einzelreisender sicherlich mehr schaffen. Aber für eine Gruppe war das in meinen Augen eine super Leistung.

Zu guter letzt will ich mich noch ganz herzlich bei meinen Mitfahrern bedanken. Es war ein tolles und besonderes Erlebnis mit euch!

Vielen Dank auch noch für das Engagement in Sachen Routenplanung, Website-, Reisebericht- und T-Shirterstellung, die nette Gesellschaft und noch vieles mehr!

Sláinte / bottom up!

Tobi

Nach der Tour ist vor der Tour. Wo geht’s als nächstes hin?